Anoki

Anfrage Facebook Instagram Spotify Presse

Anoki - Ich weiß, was ich tue und es läuft wie geplant „Niemand hat was zu sagen, keiner erzählt mehr Geschichten, alle erzählen nur von  sich und ihrem Besitz. Alle kommen von unten und haben es geschafft - alle lügen.“
Wer heute irgendwo zwischen München und Hamburg, Trier und Bautzen oder  Saarlouis und Berlin lebt, kommt nur schwer an der deutschen Musiklandschaft vorbei: Schlager im Vibe der Nachkriegszeit (Yeah, wir leben noch, aber haben weder Emotionen noch Meinungen und keiner hat was gewusst.) und Deutschrap (Cocaina, Cocaina, Cocaina). Dabei waren wir doch schon weiter.
Anoki wächst in den 90er Jahren zwischen niederländischen Backsteinfassaden und bayrischer Kleinstadt, als Sohn eines in Indonesien geborenen Vaters mit amerikanischer Staatsbürgerschaft und einer deutschen Mutter auf. Im Nirgendwo zwischen einem Ort, an dem es normal ist niemand zu sein und einem Ort an dem es anormal ist, nichts zu haben. Keine Perspektiven, aber Liebe bis zur Sonne.
Musik war schon früh enorm groß und wichtig, aber es ist nicht die Art von Musik, bei der dich das intakte Elternhaus vom Tennistraining zum Klavierunterricht fährt. Eher Musik, bei der deine Mutter dir zeigt, wie man die Top 30 freitags bei Bayern 3 auf Kassette aufnimmt. Es geht neben dem was man hört, vor allem um gemeinsame Zeit. Die Plattensammlung des großen Bruders tut ihr Übriges.
Anokis musikalische Sozialisation beginnt mit Hip Hop und seinen Pionieren. Von da aus geht es an die Gitarre. Punk und Politik in den alternativen Jugendzentren einer konservativen Wertegemeinschaft.
Nach dem Schulabschluss zieht es ihn durch eine Mischung aus Enge undResignation in der Kleinstadt, Zukunftsangst und diffuser Sehnsucht zum Studieren. 
Erst nach Leipzig, später nach Jena. Mehr als Ausrede, nicht eines richtigen Wunsches wegen. Immer im Hinterkopf: Musik ist kein Beruf und sie darf keiner sein. Also über Wasser halten, mitspielen und allen sagen: ja ich weiß, was ich tue und mir geht es gut und nein, ich ziehe nicht nach Berlin.

Kurze Zeit später in Berlin:
Alles hat sein Gutes. Anoki lernt Menschen kennen, die seine Leidenschaft teilen, die Vision erkennen und mit denen er über Jahre hinweg zusammenarbeitet. Viele von ihnen sind inzwischen gute Freunde geworden. Nun erscheint seine Debüt EP „Ich habe noch keinen Namen dafür, das sollten wir bald mal klären“.
Die Songs, die im historischen Hansa Studio Berlin gemeinsam mit Tim Tautorat(AnnenMayKantereit, Faber) und Raffi Balboa (Ok Kid) entstanden sind, bringen auf den Punkt, was Anoki ausmacht. Sie sprechen eine eigene und deutliche Sprache: Wir sind der Gegenentwurf zu dem, wofür ihr steht. Wir können fühlen, wir waren nie weg. Texte mit Tiefe, die man im Rap seit Langem vermisst und vergeblich sucht auf einem Sound der aktueller und schöner nicht sein könnte. Bleibt ihr ruhig, wo ihr seid. Wir gehen schon mal weiter.

Anoki Live:

22.02.2020 Anoki - Hamburg - Rap for Refugees @Markthalle Tickets