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Cleanride Cover

 


13 SONGS LP/CD
   VÍ: 01/12/2003

 
WWW.TIGERBEAT.DE  

 

TOURDATEN

   FANBOY    Könnte man Style an der Ladentheke bekommen, ständen Tigerbeat in der ersten Reihe, Finger schnippend, hippelig aber in letzter Konsequenz unentschieden, auf welche Seite sie sich schlagen sollen, Kaufen oder Verkaufen? Sie haben soviel erlebt, sie haben soviel zu geben aber es gibt auch noch soviel zu entdecken. Bei allem Drang zum Original weigert sich
einfach der Fanboy in ihnen zu sterben. Ein zäher Bursche, aufgezogen mit der Milch unfrommer Denkungsart, in einem Land mit Flüssen, die statt Milch und Honig teuflischen Schnaps und codeinhaltigen Hustensaft führen.
Lieblingspose: Ausfallschritt, Arm hoch, kreiseln lassen. Klar, das hat nur Style, wenn man es richtig kann - wenn man es dosiert, das Tier auch mal im Käfig lässt. Eben genau so wie es der Fanboy macht, der in den Männern von Tigerbeat sein Unwesen treiben
.

    RAMPENSAU.     Musik wie "If For One Time (We Don't Fight)" oder "Alright", in Stein gemeisselte Ausschweifung mit dem gerütteltem Übermass an Pomp, Überschwang und Kontrollverlust, entsteht nicht mal so einfach, dir nichts, mir nichts, an einem lauen Sommernachmittag, wenn sich "die Jungs" treffen.
Anders: Das muss man sich erst mal trauen - auf die Knie sinken mit dieser ganz weiten Geste, die Brust dem Himmel entgegengestreckt, als wäre das Feuer der Verbannung zu erwarten. Nur um dann im nächsten Moment mit einer
ebenso grossen Geste im Dreck der Asche zu versinken. We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars... Ja, Tigerbeat bewegen sich damit irgendwo zwischen Oscar Wilde und den Toxic Twins, zwischen kunstvoll inszeniertem Ego-Drama und mythisch überhöhtem Trash, zwischen Dandy und Rosstäuscher.

  HEARTBREAKER.    Himmel, Arsch und Zwirn aber vor allem Arsch und Zwirn – die sind auf eine zeitlos spittelige Art so sexy, in einer anderen Welt, in einem völlig anderem Zusammenhang nannte das mal jemand "Sex on a Stick".
Dazu sorgt der wohl ungewöhnlichste Endorsement-Deal diesseits des Atlantiks für die Art von feinen Anzügen, in die andere erst noch reinwachsen müssten. Das ist mehr als eine halbironische Geste oder die Nachgeburt des Pudels-Chic. Neuste musikalische Entwicklung wie der plötzlich ausgelebte
Hang zu einer Früsiebziger- Schwere hat mir der Schlagzeuger auch schon mal mit dem Hinweis erklärt, dass er sich schliesslich nicht umsonst einen Vollbart angezüchtet hat. Was nichts anderes bedeutet, als dass sich Tigerbeat - Klassiker! - ihrer Musik, ihrem Stil und ihrem Publikum verpflichtet fühlen. Lieben und Leiden, Leiden und Lieben mit der nötigen
und immer wohlriechenden Grundverschwitztheit. Leidenschaft muss ja nicht bedeuten, dass man am Ende immer dumm und hässlich dasteht. Dumm allein reicht doch auch schon. Oder wie Tigerbeat in "Heartbreak Kid" singen "If I lose my head and if I lose my mind, I wanna do it right."

  TIGERBEAT      sind Frehn Hawel (voc., git.), Sven Elsner (drums), Daniel Schlott (git., synth.) und Stefan Nielsen (rhodes, organ, synth). Ihr Debüt-Album "No. 1" erschien letztes Jahr auf Exile On Mainstream. Ausgesprochene Tigerbeat-Fans werden zwei Songs der "Lost EP" auf "13 Songs" wiederfinden - 13 Songs für aufgewühlte Momente oder für die blaue Stunde zwischen Glam und Comedown. Mit weniger muss sich heute niemand mehr zufrieden geben. Danke.

 

 Lars Brinkmann