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"FRIDAY" CD




I've been waiting for this a long time.

Sex & Money 12"

RAGAZZI

"Friday" CD   V: 05.09.2003

RAGAZZI

"Sex & Money" 12"   V: 20.06.2003

 

 

 
  WWW.RAGAZZIWORLD.DE  
     

„Vom Indierock zum Bundesamt für politische Bildung“ (für welches das affilierte Videokollektiv Superschool unter anderem einen sogenannten „Kongress des Halbwissens“ produziert) – wer kann noch sagen, was subversiver ist?“ (Matze, Ragazzi)

Thank god it’s Friday. Der Mensch macht mobil oder schlapp, sucht sinnfreien Spaß in Natur, Disko, Beziehung oder Club oder hadert mit der Belanglosigkeit seiner alltäglichen Existenz.
Nach dem hymnischen Überschwang von „Soft Operator“ und „Are you dreamy?“ konzentrieren sich Ragazzi, Berlins geschickte Musikvisualstylevermischer, nun auf die eher düsteren Seiten unseren Lebens. Hinter kompromissloser Produktion, zuckersüßer Harmonie und durchgehend erstklassigen Popsongs versteckt sich hier vielschichtiges Understatement - persönlich und stilisiert zugleich zerpflücken die Lyrics Szenarien des Alltags zwischen Arbeit, Urlaub, Sex, Sport und Shopping, beschreiben die ergreifende Trostlosigkeit und trostlose Schönheit des Banalen, das im Leben einen zentralen Stellenwert einnimmt.

Ob (wie auf „Call and Reply“) Menschen an den Standardantworten des Call Center-Konzepts scheitern, in der Absurdität von Berühmtheit („Celebrity Party“) Ideale ad akta gelegt werden oder mittels der Austauschbarkeit von Nachrichten („The News“) ein Bild davon entsteht, worauf sich die eigene Existenz(angst) beschränkt (Multiply) – im hervorragend sezierten Zwist mit dem eigenen Leben und Streben vermeiden Ragazzi bewusst bewertende Stellungen zugunsten einer pointenlosen Zustandsbeschreibung mit einer guten Portion Tristesse.

Allgemeingültige Wahrheiten oder Lösungen sucht man hier vergeblich, denn Ragazzi inszenieren die Musik, nutzen Verkleidung und Impersonation, um echt zu sein: „Ohne Maske keine Realität“.
Und auch musikalisch suchen die Jungs (ital. Ragazza) ständig nach genau den Aspekten, die sich hinter den Oberflächen herumtreiben - gelegentlich und gern auch auf abschüssigem Gelände, um sich dann in den Charts zu erden. Mit einschlägigen Mitteln schütteln sie die Grundfesten des Pop durch, um sie, neu vermixt und gegeneinander gestellt; locker und verdammt geschickt zu ergreifenden Kurzgeschichten zu verbinden. Den dazu passenden, imaginären Film behalten Ragazzi dabei immer vor Augen, denn mindestens so wichtig wie die bewusste, ambitionierte und immer gelungene Weiterentwicklung eines Popformats, das über Genrebegriffe lacht, bleibt die Präsentation über Video, Foto und Outfits, welche die Standards einer Popband wiederspiegeln, repräsentieren, überziehen, aufbrechen oder auch karikieren.

Beteiligt haben sich an „T.G.I. Friday“ übrigens auch Norwegens populärster Export (nach a-ha) Erlend Oye, die japanische Musikerin, Ex-Geisha, Fotografin, Vogue-Kolumnistin und Gesamtkunstwerk Hanayo sowie mit Liane Sommers eine der progressivsten Videokünstlerinnen Berlins.

Nebenbei betreiben Ragazzi ein Modelabel für Handbekleidung und arbeiten an einer minimalelektronischen Musical-Adaption von Christian Krachts „Faserland“.

Weitere Secret Hits, Einflüsse und Lebensbegleiter - natürlich unvollständig und unsortiert:

Music

Peter Ivers - Terminal Love; My Bloody Valentine – Isn´t Anything ; Blumfeld - Old Nobody; The Modernist - Opportunity Knox; Flaming Lips - The Soft Bulletin; DJ Assault - Jefferson Ave; Les Rhytmes Digitales – Darkdancer; Kelis - Kaleidoscope + Wanderland;Nas - Illmatic + It Was Written TLC - CrazySexyCool + Fanmail; Aliayah – Aliayah; Shuggie Otis - Inspiration Information Brian Eno - Here Come the Jet Streams; Joyce - Nelson Angelo E Joyce; Milton Nascimento/Lo Borges - Clube do Esquina ("); Os Mutantes – dito; Caetano Veloso – dito; Codeine - Barely Real
Come - Near Life Experience; Ian van Dahl – Ace; Blank + Jones – Substance; Venga Boys; ESP Summer; Virginia Astley; Sneaky Feelings - Waiting For Touchdown, The Bats - And Here Is 'Music For the Fireside'; Pulp - His'n Hers; Komeda - What Makes It Go + The Genius of Komeda

Film

Bungalow von Ulrich Koehler, Loneliness of the Long Distance Runner von Tony Richardson, Storytelling von Todd Solodz, Good Morning von Yasujiro Ozu, Buffalo Soldiers aka Army Go Home von Gregor Jordan