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NO REMORZE
Wenn das Stichwort Bremerhaven fällt, dann denkt man an die
DVU, weil dieser rechtsradikale Haufen hier besonders viele Wähler
hat. Oder - weil ein Zug in diesem Städtchen endet - an das
ICE-Streckennetz. Aber an viel mehr auch nicht. Jedenfalls im ersten
Moment. Wer allerdings die Geschichte des deutschen HipHop Revue
passieren lässt, dem wird einleuchten, dass Bremerhaven
in diesem Zusammenhang unbedingt Erwähnung finden muss, denn
immerhin fanden hier No Remorze zusammen, die 1994 bei uns
die Maxi "Condemned To Death" veröffentlicht
haben. Vorher war mit "Killa Squad" schon ein Track
auf dem Sampler "Kill
The Nation With A Groove" erschienen. No
Remorze korrigierten das - nicht zu Unrecht - gern gemalte Bild
vom weißen Mittelstands -Kid, dass sich an exotischen
Ghetto-Mythen aufgeilt. Vielmehr spiegelte die Musik dieses Quartetts
die tatsächlichen Lebensumstände wider, in denen sich
jedes einzelne Mitglied der Gruppe seinerzeit befand.
Ihre Themen: Rassismus, Krieg, Gewalt, Kindesmissbrauch. Ihre Sprache:
Harte Beats und harte Cuts, orientiert am Britcore.
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Dogmatisch oder humorlos war sie deswegen aber noch lange nicht
- die Haltung, die der kurdischen High-Energy-Rapper Crak,
der deutsch-amerikanische Turntable-Magier DJ
Style Warz, der nordische DJ KAOS und Gruppen-Mastermind
TNG verkörperten. Denn No Remorze verbanden ihre Grooves
und Messages ("No Sellout") stets zu einer
beinhart unterhaltsamen Mischung; sie schreckten sogar nicht
einmal vor Led-Zeppelin- oder Santana-Samples zurück.
Dass der freche Umgang mit artfremden Material nicht als Koketterie
missverstanden werden konnte, dafür sorgte schon die
brutal anmutende Energie, die sich in ihren Stücken entlud.
Wie die Geschichte dann weiter ging? 1995 veröffentlichten
No Remorze bei MZEE "The End" (siehe mzee.com).
Und DJ Style Warz ist als Mann an der Seite von D-Flame
heute bekanntlich eine unangefochtene Größe im hiesigen
HipHop-Betrieb.
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