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 .....LOS VEGAS......RITMO DE AVENTURA.....
 CD
 Buback Tonträger 1995

 

 
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LOS VEGAS

Es ist schon 20 Jahre her oder vielleicht auch noch länger, da warf irgendein einsamer Rock'n Roller dem entzürnten Publikum mit unwiderstehlicher Nonchalance entgegen: “It's straight from the heart, man!" Wir wissen nicht mehr, wer der Typ war, nur dass er einen Song von Cole Porter derart mit schrägen Gitarrenklängen zersetzte, dass die Töne wie frisch gehäkselt zu Boden fielen. Trotzdem beschwörte dieser Mann ein Gefühl herauf, das weitaus melancholischer war, als man es von allen bis dahin bekannten Cole-Porter-Interpretationen gewohnt war. Irgendwie so ähnlich muss es geklungen haben, wenn in einem dunklen, versifften New Yorker Jazzkeller der 50er/60er Jahre morgens um sechs ein paar total abgefüllte Musiker den Blues bekamen. Dieser Sound war dem Schwermut von Porters Songs durchaus angemessen - nicht jedoch die glattpolierten Tanzorchesterarrangements, versehen mit schmalzigen Violinentupfern, erst recht nicht das Zahnpastareklame-Lächeln zahlloser Stars und Sternchen, die sich an seinen Klassikern versuchten. Auch Los Vegas besaßen diesen Charme unbeschreiblicher Melancholie, wie die Stücke des Albums "Ritmo de Aventura" beweisen, das die Band 1995 für Buback eingespielt hat: Während Schlagzeuger Thorsten Seif und Bassistin Iris Steinbach die Rhythmusstrukturen der Originale auf das Existenz-minimum reduzieren und Sänger Rob Roy Tiller den Vocal-Pomp der Fünfziger und Sechziger mit sonorem Organ geradezu karikiert, bildet Gitarrist Gerhard Kutter, der später mit der Gruppe Staub beim Country-Not-Country-Label iXiXeS Records landete, das emotionale Herz der Band.


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Mit seiner exzentrischen Spielweise setzt er die Akzente, stellt er den Schöngeist in die Ecke und überlagert ihn mit triebhaften Vibrationen. Aber: Diese Musik wirkt nie schlampig oder der Kunst wegen angetrasht. “Ritmo de Aventura” ist die Summe der Erfahrungen aus vielen Jahren mit Musik. Da hört man psychedelischen Rock'n Roll heraus, und zum Tragen kamen auch Iris Steinbachs einjähriges Engagement in der Frauenkapelle eines Kairoer Hotels und Thorsten Seifs Wirken bei Beat-Projekten wie Fox Force Five und Bayway Sisters. Bei Los Vegas mischten sich die unterschiedlichen Vorlieben: Ihre Version von Porters "Thing called Love" geizt nicht mit überraschenden Momenten, und die von Serge Gainsbourgs "Colour Café" zeichnet sich aus durch ungeahnte Pop-Qualitäten jenseits abgewetzter Strukturen. Ebenfalls zu hören: ein Willie-Nelson-Song. Ja, und sogar einer von Gregory Isaacs, einer der weniger uncoverbaren Musiker unserer Zeit! Die Chancen stehen nicht schlecht, dass diese Musik gelegentlich noch in einer der Spelunken Ihres Vertrauens läuft!