|
FIRST THINGS FIRST
Offiziell aufgelöst haben sie sich
nie. "Wir machen Winterschlaf, seit ungefähr
1997", sagt Andreas Schiegl, der Bassist und Sänger
von First Things First, die 1995 bei uns das Album "World-Band
Receiver" veröffentlichten. Mit dabei waren außerdem
Norbert Schiegl (Gitarren), Christoph Ebhardt (Samples)
und Thomas Tiefenbacher (Schlagzeug). First Things First begannen bei Glitterhouse. Dort erschienen
bis 1991 die ersten beiden Platten. Nach diversen Unstimmigkeiten
ebnete ein Bekannter bei Virgin den Weg für einen Wechsel nach
Hamburg. Die Gruppe um die Gebrüder Schiegl zeichnete sich
stets dadurch aus, dass sie sich weder
in amerikanisierten Übungsräumen den
US-Rock-Arsch abspielte noch nach britischem Vorbild eine Pop-Kampagne
für das Erstürmen der Indie- oder Sonstwie-Charts entwarf.
First Things First genügten sich selbst. Für die Band
sprach nicht nur, dass es leicht war, sie in der unendlichen Hölle
der permanenten Geräuschproduktion sofort zu erkennen.Die psychischen
Quellen dieser Musik sprudelten klar in der Gegenwart. Nicht wenige
haben FTF als legitime Nachfolger von
Kraut-Größen wie Amon Düül bezeichnet.
[ >>
]
|
|
Richtig ist, dass die besten deutschen Bands schon immer sehr gut
verstanden haben, sich in ihrer ureigenen Klangwelt perfekt einzurichten
und so Eigenbrötlertum und Innovation auf verschiedenste Arten
zu mischen. Um dann, im eigenen Land als Klangbastler
abgetan, fast schon folgerichtig Big in Japan zu werden.
Die logische Fortsetzung von First Things First sind Hausen,
die seit 1997 als loses Bandprojekt existieren. Hinter diesem Namen
verbergen sich Christoph Ebhardt und Andreas Schiegl.
"Am ehesten kann man die Musik noch mit den ruhigeren Stücken
von 'World-Band Receiver' vergleichen. Die Stücke sind elektronischer,
der Rhythmus besteht manchmal aus Geräuschen.
Nach einem Vier-Viertel-takt wird man bei uns vergeblich suchen",
sagt Andreas Schiegl. Das bislang einzige veröffentlichte
Stück "Tag danach" findet sich auf der "Puch
Fiction"-Compilation (Wild Orange/Hausmusik-Vertrieb, 1999).
Ebhardt und Schiegl spielen alle möglichen Instrumente und
steuern die Samples bei, bei "Tag danach" sind
noch Peter Schneider (Schlagzeug) sowie Schiegls Frau Susanne
Petersen (Gesang) mit von der Partie.
|