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Di Iries
Das Gerede vom Reggae-Boom, im Laufe der 90er-Jahre in einigen
Medien fast regelmäßig prognostiziert, hat die Hamburger
Gruppe Di Iries stets gepflegt ignoriert. Das konnten sie, weil
die dicken Bässe und rollenden Riddims in ihrer Stadt
eigentlich schon immer - das heißt, ungefähr seit Anfang
des besagten Jahrzehntes - präsent waren. Auch rückblickend
hat es sich bezahlt gemacht, dass Di Iries nie irgendwelchen kurzzeitig
angesagten Mikro-Trends gefolgt sind, denn ihre Musik hat bis heute
kaum etwas an Charme und Frische eingebüßt. Di Iries
bestanden aus vier Musikern (Bass, Keyboard, Schlagzeug), die sich
für Auftritte und Aufnahmen mit Sängern, Rappern und Toastern
verstärkten. Mit ihrem ersten Album, 1994 erschienen, verschafften
sie sich gleich enormen Respekt, gelang es ihnen hier doch, auf
souveräne Weise schwere Dub-Sounds aus der Schule von Jah
Shaka und The Scientist mit fetten
HipHop-Beats und minimalistischen Ragga-Sounds zu verbinden.
Nachdem sie also auf der Debüt-Platte souverän ihre Stilvielfalt
bewiesen hatten, brachten sie 1995 mit "The Signs"
ein grandioses Dub-Album heraus.
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Aufgenommen und produziert wurde die Platte zusammen mit dem Londoner
Duo Alpha
& Omega. Der Produktion vorrausgegangen war eine rege
Reise- und Besuchstätigkeit. Auch wenn es komisch klingen mag:
"The Signs" konnte so nur in Hamburg und London
gemacht werden. "Worry Not", das dritte Werk, erschienen
im Januar 1996, ist dagegen ein Dancehall-orientiertes Album. Für
diese Platte, entstanden in Zusammenarbeit mit unter anderem Dub
Me Ruff und Weep
Not Child, schufen Di Iries ideenreiche,
experimentelle Riddims. Diese animierten Gentleman, sein
außergewöhnliches Toastertalent unter Beweis stellt (hört
vor allem "Female Power"!), sie dienten als Basis für
zwei Balladen von Claudia
Gonzalez, und sie gaben Pensi und Daddy Teacha
die Chance zu zeigen, dass sie alle möglichen Sing-Styles (Roots,
Lovers, Dancehall) drauf haben. Wer, nachdem
er einmal Di Iries gehört hat, noch vom "kühlen Norden"
redet, hat definitiv nicht mehr alle Reggae-Platten im Schrank.
 
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