Deichkind Deichkind Deichkind Deichkind Deichkind Deichkind

Fotos: Jonas Lindström, Henning Besser

Deichkind

Diese Bandwerbetexte sind das Grauen!
Ich glaube, dass sich die Wenigsten eine Karte für eine Band kaufen, nur weil sie diesen Text hier lesen.
Habt ihr schon mal „Die feinen Unterschiede“ von Pierre Bourdieu gelesen? Wo willst du eigentlich hin? Na ja, diesen Text hat bestimmt jemand geschrieben, der schon zur Oberschicht gehört.
Aber nicht jeder will nach oben!
Und auch sie sollen sich frei entscheiden dürfen, ob sie diese Musikgruppe lieber mit Tomaten bewerfen möchten (oder ob sich diese Mühe überhaupt lohnt).
Suchten bislang Deichkinds selbstgebastelte Shows verzweifelt ihresgleichen und
war die Musik vollkommen unabhängig von Trends, Mode und Zeitgeist, so in etwa
wie Butterbrot mit Salz, und daher schon Jahre vor Ihrer Zeit Avantgarde, kann der
kulturelle Abstand zum Mainstream nunmehr nur noch in Lichtjahren gemessen
werden. BÄM!!!
Ich, der Autor dieser vor Ehrfurcht nahezu starren Zeilen und staunender Beobachter
dieses außerweltlichen Phänomens, durfte die letzten Monate eine
hochspezialisierte Truppe bei ihrer Präzisionsarbeit in ihren diversen
Produktionsstätten begleiten. So bekam ich zumindest eine Ahnung davon, unter
welchen Bedingungen die Kunst von Deichkind und wohl auch Kunst im
Allgemeinen entstehen kann und meiner Meinung nach auch entstehen sollte.
Hier an dieser Stelle muss noch mal was Peppiges rein!
Die Entwicklungsteams für Musik und Show arbeiten auf einem solch
erdabgehobenem Niveau, welches nur noch als buntes, gleißendes Lichtertreiben,
einem genialischen Polarlicht gleich, am ansonsten dunklen Kulturhimmel
erscheinen kann.
Meine Texte sind von dieser Kritik natürlich ausgenommen. (Ich bin übrigens sehr
gut aussehend.)
Während das Musikteam von Deichkind in luftreinen Höhen der chilenischen Anden
auf ingeniöse Weise Panflöte und Punk, Gitarre und Gabba, Drumbeats und
Dosenbier zu bis dato unerhörten Klängen verschmilzt, wird in einem
Höhlenlabyrinth, mehrere Kilometer tief unter dem Jinping-Staudamm, fernab jeder
kosmischen Hintergrundstrahlung, von einer Hundertschaft höchstbegabter Bastler
eine Bühnenshow kreiert, welche der Beantwortung der Frage nach der Existenz
einer Weltformel näher gekommen ist, als alle halbherzigen Experimente ein paar
ideenloser Nobelpreisträger im Genfer CERN-Forschungskomplex zusammen
genommen.
Sind sie schon eingeschlafen? Geht noch weiter. Vielleicht noch was mit Hilfeschrei
ausm Schnapslabyrinth?

Mittlerweile sind die im kollektiven Gedächtnis fest verankerten Deichkind-Symbole
„Pyramide“, „Müllsack“, „LED“, „Zitze“ und „Fass“ die semiotischen Eckpfeiler eines
kulturellen Kosmos, welcher allen narzisstischen Individualisierungstendenzen aufs
Angenehmste Einhalt gebietet. Zeitgleich spannt der Text einen intellektuellen
Horizont auf, der der verängstigten Generation Y gütig übers Gemüt gelegt werden
kann, wie eine herzenswarme Decke. Busen. Äußerst sublim werden dann noch
durch die auf feinstoffliche Schwingungen perfekt abgestimmte Musik ansonsten
nahezu sinnfreie Zellhaufen mit der allwissenden Weltenseele synchronisiert, so
dass sie ein Gefühl zu erleben, auch wenn von Milliarden durch Werbung
versprochen und von den Staaten erlassen gesucht, nur die wenigsten der
Auserwählten können den inneren erreicht werden: Frieden.
Kleiner Tipp am Rande: Sie können sich auch das Lesen sparen und direkt das
Ticket kaufen!
Wo also Physik an ihre Grenzen stößt und Psychologie im Dunklen tappt, wo Kunst
nur raten kann und Religion zu stottern beginnt, hat Deichkind eine Antwort auf
unsere Fragen gefunden, welche präzise und einfach, ernüchternd und erhellend ist,
die uns staunend macht wie es sonst nur Kindern vorbehalten ist und die einen
heilsamen Gefühlsstrom aus gütiger Glückseligkeit und tiefster Trauer, wirren
Psychosen und transpersonalen Halluzinationen, unbändigem Vertrauen und alles
verschlingenden Ängsten entstehen lässt, welcher den stechenden Schmerz der
unendlichen Einsamkeit im grausam zufällig Hinein-Geworfen-Sein in unsere
Existenz von unseren aufs Äußerste geschundenen Seelen wäscht.
Englische Übersetzung des letzten Satzabschnittes: irrepressible confidence and allconsuming
fears that the stabbing pain of the infinite loneliness in cruel random
Hineingeworfensein in our existence of our utmost tortured souls washes.
Niveau Weshalb Warum ?!
Level Why Why ?!
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Google Translator kann Deichkind nicht übersetzen.

Deichkind: Niveau Weshalb Warum

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